Pressecommuniqué Dachverband FlugLÄRMschutz (DVFS) +++
Weisslingen, 3. April 2008

Feudalherrschaft anstatt Demokratie wird zur Regel in der Zürcher Flughafenpolitik. Im Stile eines orientalischen Feudalherrschers empfängt Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer ihre Untertanen, hört ihnen mit kaum verhehlter Ungeduld zu und entscheidet wie vorher mit den Lobbyisten der Flugbranchen abgesprochen. Bezirke, Flughafengemeinden, Behördenorganisationen und Bürgerbewegungen konnten ihre Statements abgeben. Praktisch ausnahmslos haben sich alle gegen jegliche Pistenausbauten ausgesprochen. Auch der Kantonsrat hat das bereits mehrmals getan. Trotzdem beantragt der Kanton Zürich eine Betriebsvariante mit Verlängerung der Piste 28 in den SIL aufnehmen. Auch wenn vorläufig ein Betriebssystem auf der Basis des heutigen, mit Zwangsmassnahmen und unter Umgehung der Rechtsmittel, zum Status Quo erhobenem Betriebssystem gelten soll, ist die Zielrichtung kaum kaschiert. Wachstum um jeden Preis, ohne Rücksicht auf die Bevölkerung.

Im SIL wird die langfristige Richtplanung für den Flughafen festgelegt. Eine Einschränkung der täglichen Ostanflüge auf 4 Stunden ist Sache des Betriebsreglements nicht des SIL. Solche Aussagen sind deshalb reine Augenwischerei. Mit dem Einbezug der Variante J mit Verlängerung der Ostpiste 28 wird der aviatische Grundsatz „Savety First“ endgültig über Bord geworfen. Eine Piste deren Hindernissebene nicht frei ist, die über kein ILS mit einer Klassifizierung verfügt und die auch nach einer Verlängerung immer noch die kürzeste Piste ist, darf nie mehr als eine Notlandepiste sein. Mit einer Pistenverlängerung kann weder das Probleme der Hindernissebene noch das mit dem ILS gelöst werden.

Der Regierungsrat ist inkonsequent, wenn er die wenigen geplanten Südstarts geradeaus gänzlich ablehnt, mit der Begründung, dass sich die Situation für die dortigen Wohngebiete durch die Optimierungsmassnahmen insgesamt nicht verschlechtern soll. Dübendorf war bekanntlich der erste Zürcher Flughafen und das Glatttal war durch den Militärflugplatz bis vor kurzem massiven Fluglärm gewohnt. Dies im Gegensatz zum Osten, wo in vielen Gegenden bis 1990 kaum ein Flugzeug sichtbar war.

Was muss noch alles passieren, bis endlich Demokratie, Recht und Vernunft in die Zürcher Flughafenpolitik zurückkehren?

Der Dachverband FlugLÄRMschutz (DVFS), vertritt die Bürgerbewegungen im Westen, Norden und Osten des Kantons Zürich, sowie in den Kantonen Aargau und Thurgau.

 

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Dachverband FlugLÄRMschutz

Felix Jaccaz, Präsident 052 384 16 27 079 798 91 51

Dachverband FlugLÄRMschutz

Priska Seiler Graf, Vizepräsidentin 044 803 06 48 076 571 06 48
 
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Die Mitgliedorganisationen sind:

  • Bürgerprotest Fluglärm Ost (BFO), Lindau
  • Zürcher Unterland für gerechte Fluglärmverteilung (ZUF)
  • IKARUS ERBEN, Watt - Regensdorf
  • Rigel28! Rümlang
  • Schutzverband Flugimmissionen Thurgau (sf-tg), Lanzenneunforn
  • Vereinigung für erträglichen Fluglärm (VeFeF), Sektion Baden - Wettingen, Wettingen
  • Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau (BF Hinterthurgau)

Unsere Eckwerte lauten:

  • Die Anzahl Flugbewegungen wird auf maximal 250'000 pro Jahr begrenzt
  • Es ist ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 7 Uhr einzuhalten
  • Jeder Ausbau des Pistensystems wird abgelehnt
  • Fluglärm und Ruhezeiten sind solidarisch, breit und ausgewogen zu verteilen
  • Begrenzung der Schadstoffemissionen
  • Der NOx - Ausstoss wird auf maximal 1'900 t pro Jahr begrenzt

Dachverband FlugLÄRMschutz DVFS, Postfach, 8309 Nürensdorf
PC Konto 87-125333-9

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