Pressecommuniqué Dachverband FlugLÄRMschutz (DVFS) +++
8309 Nürensdorf, 2. Juli 2007

 

Am 6. Juli wird der Kanton Zürich seine Stellungnahme im SIL, zusammen mit den anderen, geladenen Beteiligten einbringen. Da bisher die Haltung des Kantons Zürich durch Regierungsrätin Rita Fuhrer auf nicht sehr demokratische Weise eingebracht wurde, möchten wir Ihnen die Haltung des Zusammenschlusses aller Bürgerorganisationen aus dem Osten, Norden und Westen des Kantons Zürich, sowie der Kantone Thurgau und Aargau direkt mitteilen. Der Dachverband Fluglärmschutz DVFS vertritt somit alle Bürgerbewegungen aus mehr als 270° rund um den Flughafen und ist frei von örtlichen Partikularinteressen.

Zu den vorgestellten Betriebsvarianten nehmen wir wie folgt abschliessend Stellung:
Wir lehnen alle Varianten mit einem Pistenausbau (H–S) vehement ab. Dies gilt auch für alle Anpassungen am bestehenden Pistensystem wie Schnellabrollwege etc. Wir würden uns mit allen Mitteln wehren, wenn eine solche SIL-Variante weiterverfolgt würde.
Zu den verbleibenden Varianten A - G nehmen wir wie folgt Stellung:

A) Wäre die bevorzugte Variante. Wir erachten sie jedoch als unrealistisch, solange nicht auf die Deutschen Anliegen eingegangen wird.
B)
Lehnen wir ab, da damit nur eine Region bevorzugt behandelt wird. Diese Variante würden wir nur dann in Erwägung ziehen, wenn der GKN während der gesamten DVO Sperrzeiten geflogen werden kann. Diese Variante müsste wesentlich optimiert werden (siehe Optimierungs-Forderungen).
C) Wir erachten sie als unrealistisch, solange nicht auf die Deutschen Anliegen eingegangen wird. Eine Aufweichung der Restriktionen während den Randzeiten kommt für uns nicht in Frage.
D) Erscheint uns politisch unrealistisch und führt, bedingt durch die Nordausrichtung zu starkem Startlärm im Norden.
E) Bringt keine Verbesserung gegenüber der heute untragbaren Situation. Immerhin auch keine Verschlechterung, wie dies die Meisten der präsentierten Varianten zur Folge haben würden.
F) Ist die klar bevorzugte Variante. Sie schafft endlich die unsäglichen Left-Turns bei Südstarts ab, was zu einer Entlastung der bereits stark belasteten Gebiete führt.
G) Lehnen wir ab, weil das Ziel der fluglärmfreien Zeitfenster damit nicht realisiert werden kann. Da viele Abflugrouten unmittelbar nach dem Abheben mit Umkehrschleifen über andere Gebiete geführt werden, die dann ihre Ruhephase haben. (Südstarts mit Left-Turn belärmen den Osten, Winkel und den Westen, die bei Südstarts Ruhephase hätten. Weststarts belärmen auch den Osten, der dann Ruhephase hätte, Nordstarts belärmen den Westen und Osten die dann Ruhephase hätten. Diese Belärmung ist vergleichbar mit der Belärmung während der Lärmphase) Als Folge haben trotzdem alle Fluglärm. Zudem ist die Gesamtbelastung gross. Diese Variante müsste wesentlich optimiert werden (siehe Optimierungs-Forderungen).

Für die weitere Optimierung der Betriebvarianten stellen wir folgende Anträge:
Die vorgestellten SIL Varianten sind teilweise im Wesentlichen und in sehr vielen entscheidenden Details weit weg vom gewünschten Zustand. Deshalb sind die Optimierungsanträge wichtiger als die Beurteilung der Varianten. Nachfolgend eine Kurzfassung unserer Optimierungsanträge, Begründungen entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Dokument.

1. Für alle Abflugrouten ist die Ausnützung von mindestens 80% der Triebwerkleistung bis auf eine Flughöhe von 7000ft zwingend vorzuschreiben.
2.
Startrouten sind so anzupassen, dass sie auf den ersten 10 km ohne grosse Kurven geradeaus in Pistenrichtung erfolgen.
3. Die 5000ft Regel ist durch die gleichlautende 8000ft Regel zu ersetzten.
4. Der weitere Abflug nach der geraden Startstrecke muss auf direktem Weg zur Luftstrasse erfolgen. Allfällig notwendige Kurven müssen in die Richtung mit der geringsten Richtungsänderung festgelegt wer.
5. Die Führung von Start und Anflugrouten übereinander im gleichen Gebiet muss eingestellt werden.
6. Alle Anflüge sind nach dem lärmarmen Continouse Approach Verfahren und alle Endanflüge nach dem lärmarmen Low Power Low Rec Verfahren durchzuführen.
7. Der Ostanflug auf P28 soll nur für Starkwind-Wetterlagen bei denen ein Anflug auf keiner anderen Pisten mehr möglich ist, eingesetzt werden.
8. Der Gekröpfte Nordanflug ist so zu planen, dass er während den gesamten DVO Sperrzeiten, also auch Abends geflogen werden kann.
9. Die möglichen Vereinfachungen der Luftraumstruktur und die Erhöhung der Sicherheit sind für eine Kapazitätsbeschränkung auf 250'000 Flugbewegungen pro Jahr und einer Nachtruhe von 9 Stunden, wie sie die Flughafeninitiative fordert, zu untersuchen und die Auswirkungen auf den Lärm aufzuzeigen.

 

    Telefon privat Mobile

Dachverband FlugLÄRMschutz

Felix Jaccaz, Präsident 052 384 16 27 079 798 91 51

Dachverband FlugLÄRMschutz

Priska Seiler Graf, Vizepräsidentin 044 803 06 48 076 571 06 48
 
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Die Mitgliedorganisationen sind:

  • Bürgerprotest Fluglärm Ost (BFO), Lindau
  • Zürcher Unterland für gerechte Fluglärmverteilung (ZUF), Bülach
  • InteressenGemeinschaft zur Erhaltung der Lebensqualität (IGEL), Winkel, Rüti, Seeb
  • IKARUS ERBEN, Watt - Regensdorf
  • Rigel28! Rümlang
  • Schutzverband Flugimmissionen Thurgau (sf-tg), Lanzenneunforn
  • Vereinigung für erträglichen Fluglärm (VeFeF), Sektion Baden - Wettingen, Wettingen

Unsere Eckwerte lauten:

  • Die Anzahl Flugbewegungen wird auf maximal 250'000 pro Jahr begrenzt
  • Es ist ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 7 Uhr einzuhalten
  • Jeder Ausbau des Pistensystems wird abgelehnt
  • Fluglärm und Ruhezeiten sind solidarisch, breit und ausgewogen zu verteilen
  • Begrenzung der Schadstoffemissionen
  • Der NOx - Ausstoss wird auf maximal 1'900 t pro Jahr begrenzt

Dachverband FlugLÄRMschutz DVFS, Postfach, 8309 Nürensdorf
PC Konto 87-125333-9


Der Dachverband Fluglärmschutz ist Mitinitiant und aktiver Unterstützer der Flughafeninitiaitve.

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