Presseeinladung / Pressemitteilung Dachverband FlugLÄRMschutz (DVFS) +++
8058 Zürich-Flughafen, 12. Dezember 2003

zum vorläufigen Betriebsreglement vom 31.12.03

Mediencommuniqué zur Einreichung eines vorläufiges Betriebsregelementes durch die Flughafenbetreiberin Unique (Flughafen Zürich AG bis 31. Dezember 2003 beim Bundesamt für Zivilluftfahrt, BAZL.

Unique reicht, gemäss ihrer Medienmitteilung vom 08.12.03, ein neues provisorisches Betriebsreglement mit verlängerter Nachtruhe ein. Kommt Unique damit endlich der lärmgeplagten Bevölkerung entgegen ? Nein, es handelt sich um ein trojanisches Pferd. Unique zeigt wieder ihr wahres Gesicht, sie will die Bevölkerung erneut übertölpeln.

Das neue Betriebsreglement soll im wesentlichen eine Zusammenfassung der bisherigen per Notrecht eingeführten Betriebsreglemente umfassen und endlich einen vollständigen Umweltverträglichkeitsbericht enthalten.

Von der nur leicht verlängerten Nachtruhe von 23:00 Uhr (+ 30 Minuten für Verspätungsabbau) bis 6:00 Uhr ist täglich nur ein Flug betroffen: Der Start um 23:15 Uhr nach Tel Aviv! Als Kompensation will Unique die Beschränkung der Pistenbenützung aufheben! Dies hat zur Folge, dass nicht mehr wie bisher von 7.00 bis 21.00 Uhr nach Westen und Süden gestartet werden darf, sondern von 6.00 bis 23.00 Uhr. Dadurch wird die effektive Nachruhe für einen grossen Teil der lärmgeplagten Bevölkerung verkürzt, nicht verlängert. Der Dachverband FlugLÄRMschutz fordert eine Verlängerung der Nacht-ruhe ohne Zusatzbedingungen.

Der Start auf der Piste 16 nach Süden mit Left-Turn soll in einer verlängerten Schlaufe nach Süden über Wallisellen und Dübendorf geführt werden. Flugzeuge mit Ziel Osten sollen direkt in Richtung Effretikon-Tösstal abfliegen. Der heutige Left-Turn über Bassersdorf, Nürensdorf und Winkel bleibt bestehen. Damit werden neue Gebiete massiv belärmt. Es sind die gleichen Gebiete im Osten und nahen Süden, die schon unter den Ostanflügen, den ebenfalls lärmigen Anflugwegen zu den Südanflügen und den Südstarts sehr stark leiden. Eine Entlastung der Regionen Nord, West und Süd findet trotzdem nicht statt.

Durch die von Deutschland angeordnete Verlegung der Warteräume EKRIT und SAFFA in die Schweiz ändern An- und Abflugrouten mit unbekannten, aber drastischen, Konsequenzen für die Flughafenbevölkerung und grosse Teile der Zentral- und Ostschweiz.

Dieser Beschluss wurde im Unique Verwaltungsrat gefällt, in dem Ruedi Jeker, Dorothée Fierz, Christian Huber und Elmar Ledergerber die Bevölkerung vertreten! Auch das Volkswirtschaftsdepartement des Kantons Zürich war involviert und wusste von diesem dreisten Schachzug, der im Trubel um die Bundesratswahlen beinahe unterging.

Bundesrat Leuenberger, gerade erst mit einem Glanzresultat wiedergewählt, will das Fluglärmproblem mit einer Mediation lösen. Er hat allen versichert, während der Mediation werde es ohne Zustimmung aller Teilnehmer keine Betriebsreglementsänderungen geben. Dieses Versprechen ist einzuhalten, sonst wird die Mediation zur Farce.

Von den Teilnehmern an der Mediation wird erwartet, dass sie alle bestehenden Einsprachen sistieren und auf neue verzichten. Darauf wird nun wohl niemand mehr eingehen wollen. Das Vorgehen der Unique wird eine neue Einsprachenflut provozieren, wenn es nicht vom Bund gestoppt wird.

Mit diesem dreisten Manöver kehren Unique und der Kanton Zürich zurück zur Eiszeit. Warum sollen die Bürgerbewegungen und Gemeindeorganisationen mit Vertretern wie Unique und dem Kanton Zürich an einer Mediation teilnehmen, wenn diese schon im Vorfeld so rücksichtslos vorgehen? Wenn dieses Betriebsreglement wirklich so eingereicht wird, ist auch der letzte Rest des Vertrauens und damit die Grundlage für eine Mediation zerschlagen. Wir appellieren an Unique dies, auch im eigenen Interesse, nicht zu tun.

Eine unkontrollierbare Eskalation des Fluglärmstreits, auch mit zunehmend militanten Anteilen, wird die unausweichliche Konsequenz sein. Die Verantwortung werden die Verursacher Unique und Kanton Zürich übernehmen müssen.

Kontakte:

Dachverband FlugLÄRMschutz

  Telefon privat Mobile
Ruedi Lais, Präsident, Kantonsrat, Wallisellen   076 436 43 74
Projektleiter
Adrian M. Birrer
  079 233 90 39
Sekretär
August J. Pfister
01 940 62 08  

Die Gründerorganisationen sind:

  • Fluglärmsolidarität, Bürgerinitiative für solidarische Fluglärmverteilung (FLS), Nürensdorf
  • Zürcher Unterland für gerechte Fluglärmverteilung (ZUF), Bülach
  • InteressenGemeinschaft zur Erhaltung der Lebensqualität (IGEL), Winkel, Rüti, Seeb
  • Ja zum Schutzverband, Eglisau
  • IKARUS ERBEN, Watt - Regensdorf
  • Schutzverband Flugimmissionen Thurgau (sf-tg), Lanzenneunforn
  • Vereinigung für erträglichen Fluglärm (VeFeF), Sektion Baden - Wettingen, Wettingen

Unsere Eckwerte lauten:

  • Die Anzahl Flugbewegungen wird auf maximal 250'000 pro Jahr begrenzt
  • Es ist ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 7 Uhr einzuhalten
  • Jeder Ausbau des Pistensystems wird abgelehnt
  • Fluglärm und Ruhezeiten sind solidarisch, breit und ausgewogen zu verteilen
  • Begrenzung der Schadstoffemissionen

Dachverband FlugLÄRMschutz DVFS, Postfach, 8058 Zürich-Flughafen
PC Konto 87-125333-9

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