Pressecommuniqué Dachverband FlugLÄRMschutz (DVFS) +++
8058 Zürich-Flughafen, 16. April 2003

Empörung rund um den Flughafen herrscht im Osten und Norden des Flughafens Zürich. Dem Zürcher Regierungsrat und dem BAZL ist einzig die Aufrechterhaltung des Flugbetriebes wichtig. Die Interessen der Bevölkerung werden auf krasse Weise missachtet.

Mit diesem Entscheid hat sich die Schweiz für den Übergang zur Zweiklassengesellschaftentschieden. Die Bevölkerung im Osten und Norden des Kantons und im Kanton Thurgau und Schaffhausen werden Bürger zweiter Klasse. Sie haben ohne minimale Wahrung ihrer Rechte und einer garantierten Nachtruhe von nur 5 Stunden, allen Fluglärm zu schlucken. Die Bürger im Süden und in der Stadt Zürich werden zu Privilegierten. Sie profitieren auch vom Flughafen, ohne dessen Nachteile, wie Lärm und Luftverschmutzung mittragen zu müssen.

Heute hat das BAZL entschieden, morgen erfolgt die Umsetzung der deutschen Verordnung. Das Verfahren, ohne Umweltverträglichkeits-prüfung und ohne Wahrung der Rechtsmittel erinnert an Notrecht.

Die Ablehnung des Staatsvertrages durch das Parlament erfolgte auf Betreiben von Unique, Swiss und dem Zürcher Regierungsrat. Alle kannten die zu erwartenden Folgen. Deutschland kann nicht vorgeworfen werden, es hätte uns über die Folgen im Ungewissen gelassen. Die Bevölkerung im Osten und im Norden bezahlt nun mit ihrer Lebensqualität für dieses unüberlegte Pokerspiel.

Die deutsche Verordnung enthält auch eine Heraufsetzung der Überflugshöhe über deutschem Gebiet von bisher 3'000 auf 4'000 Meter. Dies bedingt ein neues Anflugverfahren. Die Sinkrate muss erheblich vergrössert werden, notfalls muss eine Schleife vor Winterthur geflogen werden, um genügend Höhe abzubauen. Dieses Anflugverfahren wird ohne Publikation von heute auf morgen angewendet. Die Fluglotsen können nicht mehr geschult werden. Dies ist gegen das in der Luftfahrt so hochgepriesene Sicherheitsdenken. Wer übernimmt das damit verbundene Unfallrisiko?

Mit der Einführung von Südanflügen könnte die Last verteilt und eine menschenwürdige Nachtruhe für alle Bewohner gewährleistet werden. Dagegen werden alle möglichen Ausreden vorgeschoben (siehe Beilage). Zum Beispiel, das Anflugverfahren müsse zuerst publiziert und die Fluglotsen ausgebildet werden. Alle diese Einwände gelten auch beim Ostanflug.

Wir werden alle Rechtsmittel ausschöpfen und fordern alle Gemeinden auf dasselbe zu tun.

Die von uns vertretenen Regionen und insbesondere die Gebiete im Osten (Thurtal - Tösstal -Winterthur bis Kloten - Nord) und im Norden (unteres Glattal bis Andelfingen) sind aber nicht bereit, die Folgen des Fluglärmstreits mit Deutschland allein zu tragen, während die Bevölkerung in Süddeutschland und in der Pfannenstielregion einseitige Privilegien geniesst.

Wir verlangen:

  • Einen verbindlichen Bewegungsplafond
  • Die gleichzeitige und gleichwertige Öffnung aller Anflugrichtungen
  • Gesicherte Ruhezeiten für die Bevölkerung aller Flugrichtungen durch über die Tageszeiten und Wochentage abwechselnde Benutzung der Pisten
  • Eine Annäherung der Schutzbestimmung für die deutsche und die schweizerische Bevölkerung durch die Verlängerung der Nachtruhezeiten

Der Konfrontationskurs von Unique und Swiss und in deren Schlepptau auch der Zürcher Regierung ist einseitig, unüberlegt und wird nicht zu einer Lösung führen. Ein internationaler Flughafen ist in Kloten nur möglich, wenn alle Regionen einen gewissen Teil der Belastung übernehmen. Sonst wird der Ruf nach einer drastischen Verkleinerung des Flugbetriebs auf das Niveau eines regionalen Flugplatzes rasch lauter werden.

Dachverband FlugLÄRMschutz

  Telefon privat Mobile
Ruedi Lais, Präsident, Kantonsrat, Wallisellen   076 436 43 74
Felix Jaccaz, Vizepräsident, Weisslingen 052 384 16 27 079 798 91 51

Die Gründerorganisationen sind:

  • Fluglärmsolidarität, Bürgerinitiative für solidarische Fluglärmverteilung (FLS), Nürensdorf
  • Zürcher Unterland für gerechte Fluglärmverteilung (ZUF), Bülach
  • InteressenGemeinschaft zur Erhaltung der Lebensqualität (IGEL), Winkel, Rüti, Seeb
  • Ja zum Schutzverband, Eglisau
  • IKARUS ERBEN, Watt - Regensdorf
  • Schutzverband Flugimmissionen Thurgau (sf-tg), Lanzenneunforn
  • Vereinigung für erträglichen Fluglärm (VeFeF), Sektion Baden - Wettingen, Wettingen

Unsere Eckwerte lauten:

  • Die Anzahl Flugbewegungen wird auf maximal 250'000 pro Jahr begrenzt
  • Es ist ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 7 Uhr einzuhalten
  • Jeder Ausbau des Pistensystems wird abgelehnt
  • Fluglärm und Ruhezeiten sind solidarisch, breit und ausgewogen zu verteilen
  • Begrenzung der Schadstoffemissionen

Dachverband FlugLÄRMschutz DVFS, Postfach, 8058 Zürich-Flughafen
PC Konto 87-125333-9

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