Pressecommuniqué Dachverband FlugLÄRMschutz (DVFS) +++
8058 Zürich-Flughafen, 9. April 2003


Der Dachverband Fluglärmschutz ist besorgt über die undurchsichtigen Vorgänge im Zusammenhang mit den neuen Anflug - Verboten über Süddeutschland. Bevölkerung und Behörden der Gemeinden im Westen, Norden und Osten sowie im nahen Süden des Flughafens haben immer die Bereitschaft erklärt, einen angemessenen Teil der Lärmlasten zu tragen und einen vernünftig dimensionierten Luftverkehr zu ermöglichen.

Die von uns vertretenen Regionen und insbesondere die Gebiete im Osten (Thurtal-Tösstal-Winterthur bis Kloten-Nord) und im Norden (unteres Glattal bis Andelfingen) sind aber nicht bereit, die Folgen des Fluglärmstreits mit Deutschland allein zu tragen, während die Bevölkerung in Süddeutschland und in der Pfannenstielregion einseitige Privilegien geniesst. Wir verlangen:

Wir sehen unsere Anliegen von einem Regierungsrat Hans Hollenstein besser verstanden. Wir stimmen mit ihm nicht in allen Einzelheiten der Flughafenpolitik und der Betriebskonzepte überein und gewichten den Schutz der Anwohner höher als die ökonomisch fragwürdige Ausdehnung des steuerlich privilegierten und trotzdem defizitären Flugbetriebs in Kloten.

  • Einen verbindlichen Bewegungsplafond
  • Die gleichzeitige und gleichwertige Öffnung aller Anflugrichtungen
  • Gesicherte Ruhezeiten für die Bevölkerung aller Flugrichtungen durch über die Tageszeiten und Wochentage abwechselnde Benutzung der Pisten
  • Eine Annäherung der Schutzbestimmung für die deutsche und die schweizerische Bevölkerung durch die Verlängerung der Nachtruhezeiten

Der Bundesrat will die Betroffenen anhören. Skandalös und für uns unverständlich ist, dass darunter nur der Standortkanton und die Nachbarkantone verstanden werden. Ausgerechnet die Zürcher Regierung mit Herrn Jeker soll also unsere Anliegen vertreten. Am vergangenen Wahlsonntag sollte eigentlich klar geworden sein, dass Regierungsrat Jeker in allen vom Fluglärm betroffenen Regionen jegliche Glaubwürdigkeit verspielt hat. Wir verlangen, dass der Bundesrat die Organisationen der Gemeinden und der Anwohnerinnen und Anwohner in der Flughafenregion vor dem Entscheid ebenfalls anhört.

Der Konfrontationskurs von Unique und Swiss und in deren Schlepptau auch der Zürcher Regierung ist einseitig, unüberlegt und wird nicht zu einer Lösung führen. Ein internationaler Flughafen ist in Kloten nur möglich, wenn alle Regionen einen gewissen Teil der Belastung übernehmen. Sonst wird der Ruf nach einer drastischen Verkleinerung des Flugbetriebs auf das Niveau eines regionalen Flugplatzes rasch lauter werden.

Dachverband FlugLÄRMschutz

  Telefon privat Mobile
Ruedi Lais, Präsident, Kantonsrat, Wallisellen   076 436 43 74
Felix Jaccaz, Vizepräsident, Weisslingen 052 384 16 27 079 798 91 51

Die Gründerorganisationen sind:

  • Fluglärmsolidarität, Bürgerinitiative für solidarische Fluglärmverteilung (FLS), Nürensdorf
  • Zürcher Unterland für gerechte Fluglärmverteilung (ZUF), Bülach
  • InteressenGemeinschaft zur Erhaltung der Lebensqualität (IGEL), Winkel, Rüti, Seeb
  • Ja zum Schutzverband, Eglisau
  • IKARUS ERBEN, Watt - Regensdorf
  • Schutzverband Flugimmissionen Thurgau (sf-tg), Lanzenneunforn
  • Vereinigung für erträglichen Fluglärm (VeFeF), Sektion Baden - Wettingen, Wettingen

Unsere Eckwerte lauten:

  • Die Anzahl Flugbewegungen wird auf maximal 250'000 pro Jahr begrenzt
  • Es ist ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 7 Uhr einzuhalten
  • Jeder Ausbau des Pistensystems wird abgelehnt
  • Fluglärm und Ruhezeiten sind solidarisch, breit und ausgewogen zu verteilen
  • Begrenzung der Schadstoffemissionen

 

Dachverband FlugLÄRMschutz DVFS, Postfach, 8058 Zürich-Flughafen
PC Konto 87-125333-9

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