Lichterkette um den Flughafen

Über 6000 Teilnehmer haben am 22. März 2003 rund um das Flughafengelände eine lückenlose Lichterkette gebildet. Danach haben sich, an allen Sammelpunkten, diverse namhaften Redner zu den Missständen in der Fluglärmproblematik geäussert.

Wir danken allen Teilnehmern wie auch allen Helfern herzlich für ihre Mithilfe und ihren Einsatz

  • Patronat:
    Fluglärmsolidarität, Nürensdorf
  • Partner:
    -ZUF Zürcher Unterland für gerechte Fluglärmverteilung, Bülach
    - IGEL Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Lebensqualität in Winkel, Rüti, Seeb
    - IKARUS-Erben, Watt-Regensdorf
    - Ja zum Schutzverband, Eglisau

Rednerliste

  • Susanne Rihs-Lanz, Kantonsrätin
  • Adrian Birrer, «Zürcher Unterland für gerechte Fluglärmverteilung (ZUF)»
  • Annemarie Jung-Sigg, Gemeindepräsidentin Winkel
  • Christine Grossmann Keller, Kantonsratskandidatin
  • Urs Christen, «Fluglärmsolidarität»
  • Franz Brunner, Gemeindepräsident Nürensdorf
  • Peter Staub, Präsident «Schutzverband der Bevölkerung um den Flughafen Zürich»
  • Walter Rohr, Präsident «Fluglärmsolidarität»
  • Ruedi Lais, Kantonsrat
  • Martin Graf, Stadtpräsident Illnau-Effretikon
  • Felix Jaccaz, «Fluglärmsolidarität»
  • Doris Stump, Nationalrätin, Wettingen

Pressetext 1:

Rund 6000 Bürgerinnen und Bürger aus über 70 Gemeinden der Kantone Zürich, Aargau, Thurgau und St. Gallen haben am vergangenen Samstagabend mit einem Fackelzug eine Lichterkette rund um das Flughafengelände gebildet. Sie setzten ein eindrückliches Zeichen für die wachsende überregionale Zusammenarbeit zwischen den fluglärmbetroffenen Bevölkerungsgruppen. Mit Blick auf die bevorstehenden Beschlüsse der Bundesbehörden zum neuen Betriebsreglement für den Flughafen Zürich forderten sie eine faire Verteilung des Fluglärms auf sämtliche Gebiete im Umkreis des Flughafens, eine wirtschaftlich und ökologisch vernünftige Plafonierung der Flugbewegungen, eine Verlängerung der Nachtruhe und einen Verzicht auf jede Veränderung des bestehenden Pistensystems. Die von zahlreichen Gemeinden und verschiedenen Fluglärm-Organisationen unterstützte Veranstaltung schloss mit Ansprachen prominenter Persönlichkeiten. Peter Staub, der Präsident des Schutzverbandes der Bevölkerung um den Flughafen Zürich, betonte in seiner Rede, dass sich die Kundgebung nicht in negativer Haltung gegen den Flughafen richte, sondern in positiver Haltung für einen tragbaren Lastenausgleich werbe. Nur auf der Basis einer vernünftigen Selbstbegrenzung und einer fairen Lastenverteilung sei künftig ein in der Bevölkerung akzeptierter und wirtschaftlich gesunder Flughafen denkbar. Franz Brunner, Präsident der IG Ost, und Walter Rohr, Präsident der Bürgerinitiative Fluglärmsolidarität, riefen zum Widerstand auf gegen die allen Prinzipien der Rechtsgleichheit zuwiderlaufende Praxis, der Bevölkerung im Osten des Flughafens in den Tagesrandstunden sämtliche von Deutschland abgewiesenen Anflüge einseitig aufzubürden.


Pressetext 2, Neues Bülacher Tagblatt

Grosskundgebung mit über 6000 Teilnehmenden rund um das Flughafengelände

«Für eine gerechte und ausgewogene Fluglärm-Verteilung»

Zürich-Flughafen - Unter dem Patronat der Bürgerinitiative für solidarische Fluglärmverteilung wurde am Samstagabend rund um das Flughafengelände ein grosser Fackelzug mit über 6000 Teilnehmern aus der ganzen Ostschweiz durchgeführt.

Unter den Kundgebungsteilnehmern waren auch viele Familien mit Kindern, die für eine gerechte Verteilung des Fluglärms demonstrierten. (Bild: jcg)

Bericht von Jean-Claude Goldschmid, NBT, 23.3.03

Die Forderung: «Eine gerechte und ausgewogene Fluglärm-Verteilung und -Begrenzung».

Bei diesem Grossanlass wurde das gesamte Flughafenareal mit einem aus Tausenden von Fackeln und rund 100 Finnenkerzen gebildeten Lichtkreis umstellt. Die Veranstaltung war perfekt organisiert. Feuerwehr, Polizei und Sanität waren im Einsatz, und die Fackeln wurden gratis an die Teilnehmer abgegeben. Dabei traten über 20 Rednerinnen und Redner im Laufe des Abends an den sechs verschiedenen Besammlungspunkten auf. Darunter waren unter anderem die Wettinger Nationalrätin Doris Stump, die Zürcher Kantonsratsmitglieder Susanne Rihs-Lanz (Glattfelden), Thomas Hardegger (Rümlang), Ruedi Lais (Wallisellen) und Urs Hany (Niederhasli), Annemarie Jung-Sigg, Gemeindepräsidentin von Winkel, Franz Brunner, Gemeindepräsident von Nürensdorf, Martin Graf, Stadtpräsident von Illnau-Effretikon und der Badener Grossrat Geri Müller.

Die Aktion wurde von der Bürgerinitiative Fluglärmsolidarität organisiert, aber auch der Flughafen Schutzverband (SBFZ) trug sie mit, der rund 50 Flughafengemeinden vertritt. Anwesend waren auch Vertreter der Vereinigung Zürcher Unterland für gerechte Fluglärmverteilung (ZUF), IGEL Winkel (Interessensgemeinschaft zur Erhaltung der Lebensqualität), Ikarus Erben, Ja zum Schutzverband Eglisau, dem Schutzverband Flugimmissionen Thurgau (SF-TG) sowie dem Aargauischen Fluglärm-Informationsservice (AFIS).

Gemäss Veranstaltern beteiligten sich Menschen aus über 70 vom Flughafen betroffenen Gemeinden, aus dem ganzen Bezirk Bülach und dem ganzen Kanton Zürich, aber auch aus den Nachbarkantonen Aargau, Thurgau und St. Gallen. Nicht eingeladen hatte man notabene Gäste aus Deutschland.

Die Strecke, welche die Leute zurücklegten, war rund um das Flughafengelände insgesamt 18 Kilometer lang. In rund zwei Stunden bestritten die Teilnehmenden sechs Etappen à drei Kilometer. Die Etappenorte befanden sich in Niederrüti, Kloten, Glattbrugg, Rümlang und Oberglatt.

Auf dem Zuschauerparkplatz Langenzinggen zwischen Oberglatt und Bachenbülach hatten sich die Demonstrierenden aus Bülach und den umliegenden Gemeinden, aus Eglisau, Ellikon, Rheinau und Kaiserstuhl versammelt. Hier waren auch die Vertreter der Vereinigung Zürcher Unterland für gerechte Fluglärmverteilung (ZUF) anzutreffen. «Wir vom nördlichen Teil unseres Bezirks wollen mit der Teilnahme an diesem Anlass unsere Solidarität mit den östlichen und westlichen Anwohnern des Flughafens bekunden», bemerkte das Bülacher ZUF-Vorstandsmitglied Adrian Birrer.

Solidarisch muss laut dem Bülacher auch der Fluglärm verteilt werden. «Denn es profitieren ja auch alle gleichermassen vom Flughafen.» Momentan sei die Situation zwar nicht allzu dramatisch, doch die Aktivitäten der ZUF seien vor allem zukunftsgerichtet. Eines war für Birrer jedenfalls klar: «Ohne Flugbewegungen über den Süden wird es nicht gehen!» Bezüglich der Anzahl Flugbewegungen trete man dezidiert für eine Beschränkung auf 250'000 Bewegungen im Jahr ein.

V-Piste soll nicht Startpiste werden

Auch in Niederrüti trafen sich Menschen aus verschiedensten Gemeinden. Hier hatte die Vereinigung IGEL Winkel einen Stand aufgestellt. «Wir kämpfen vor allem gegen die geplante Parallel-Piste», hielt IGEL-Präsident Hans Wartmann im Gespräch fest, «aber auch gegen eine Umwandlung der V-Piste (Piste 14/32) in eine Startpiste, durch den Staatsvertrag.» Mit Landungen auf der V-Piste könne man durchaus leben - doch schon heute werde hier ab 21 Uhr gestartet. Die Starts ab Piste 16 mit «Left Turn» in Richtung Glattbrugg würde man in Winkel gar zwei Mal hören, so Wartmann weiter. Auch diesbezüglich sei man für eine gerechtere Verteilung des Lärms. Bezüglich der Anzahl Flugbewegungen habe man bei IGEL keine fixe Meinung, lehne sich aber an den Schutzverband an, der ja für eine Beschränkung auf 320'000 Bewegungen pro Jahr eintrete.


Dachverband FlugLÄRMschutz DVFS, Postfach, 8058 Zürich-Flughafen
PC Konto 87-125333-9

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